Windkraft als Chance begreifen, Bürgerbegehren in Heidenrod – Unterschriftensammlung beginnt

Die Heidenroder Kooperationspartner SPD und GRÜNE haben sich zum Ziel gesetzt, die Nutzung der Windkraft in der Gemeinde auszubauen, insbesondere die Energiewende in Deutschland zwingt zum Ausbau. Die Gemeinde Heidenrod kann hierzu einen wichtigen Beitrag leisten, verfügt sie doch über wertvolle Standortvorteile für die Windkrafterzeugung, ist Eigentümerin von mehr als 4.600 ha Wald.
Die am besten geeigneten Standorte liegen in Nordwestlicher Richtung zwischen der Landesstraße 3031 und der Landesgrenze bei Holzhausen, rechts der Bundesstraße 260, auf mehr als 500 m über Normalniveau. Sie bieten Platz für mehr als 10 Windenergiegroßanlagen bei günstigsten Windbedingungen.
Alle Anlagen könnten in mehr als 1000 m Entfernung von bewohnten Grundstücken errichtet werden, folglich sind Beeinträchtigungen der Bürger durch Schall oder Schlagschatten nicht zu erwarten. Für 10 Anlagen wird eine Rodungsfläche von etwa 2 ha benötigt, das sind weniger als 0,05 % des gemeindeeigenen Waldes. Zur Minimierung der Eingriffe können die Anlagen unter Nutzung bereits vorhandener Wege platziert werden, für die Rodungsflächen erfolgen Ersatzaufforstungen.
10 Windenergieanlagen mit 3 Megawatt Nennleistung können rund 77 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen. Das entspricht dem normalen Jahresstromverbrauch von rund 88.000 Menschen und entlastet die Umwelt jährlich um über 77.000 Tonnen klimaschädlicher CO2-Emmissionen.
Heidenrod verfügt über zehnjährige Erfahrung mit dem Betrieb von Windkraftanlagen.

Wichtiges Argument für die Kooperationspartner sind die erheblichen Einnahmen, mit denen die Gemeinde rechnen kann und die für die maroden Gemeindefinanzen dringend gebraucht werden. Diese Einnahmen betragen im ungünstigsten Falle, der ausschließlichen Verpachtung an Fremdbetreiber, pro Jahr und Anlage 35.000 € Pachtzins, hinzu kommen nach Ablauf der Betriebskosten-Abschreibungen Gewerbesteuern in Höhe von ca. 20.000 € pro Jahr und Anlage. Durch diese Erträge sind nicht nur die genannten Vorbereitungskosten abgedeckt, vielmehr erwachsen der Gemeinde Heidenrod für die Dauer von 20 Jahren jährliche Einnahmen von mindestens 550.000 €.
Je nach Betreibermodell kann sich dieser Betrag noch erheblich erhöhen.
Die Errichtung von Windenergiekraftanlagen in Heidenrod schafft somit neben der Leistung eines wichtigen Beitrags zur Energiewende in Hessen zugleich eine der wenigen Möglichkeiten, die Einnahmesituation der Gemeinde nachhaltig zu verbessern.
Ein elementar wichtiger Standortfaktor ist natürlich die Akzeptanz durch die Bevölkerung. Nur bei breitem Verständnis und durch Argumente gewonnener Überzeugung kann ein solch großes Projekt gelingen.
Dies alles spricht dafür, die Entscheidung mittels eines Bürgerentscheides zu klären. Nach der Vereinbarung von Rot/Grün hat sich nun eine Initiative gebildet, die den formalen Akt voran treibt.
Für einen Bürgerentscheid sind Unterschriften von 10% der Wahlberechtigten, in Heidenrod ca. 670, erforderlich.
Viele Bürgerinnen und Bürger haben bereits unterschrieben, wer dies auch tun möchte, kann sich bei der SPD Heidenrod informieren.